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Mar 16, 2011 - by tobias
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© Marco Barnebeck / pixelio.de

Die Rotbuche (Fagus sylvatica)

Die Rotbuche (abgeleitet vom rötlichen Schein des Holzes), auch als „Mutter des Waldes" bezeichnet, ist eine Baumart die in ganz Europa vertreten ist und ohne menschliches Zutun große Flächen Deutschlands in Form von riesigen, stark beschatteten „Hallenwäldern" bedecken würde.
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© cornerstone / pixelio.de

Die Rotbuche in Zahlen

Die Rotbuche Werte Einheiten
durchschnittl. Höhe 30 - 40 (45) m
durchschnittl. Umfang  - höchster
Wert: 2,9
m
durchschnittl. Alter 160 a
Umtriebszeit 80 - 140 a
Pflanzdichte 5500 - 10000 Stck./ha
Standfläche 1 - 2 m²/Pfl.
Nutzung z.B.: Furnier
und Möbelholz
 

Vertriebener Klimaxbaum

Auf Grund ihrer Konkurrenzstärke gegenüber anderen Baumarten, ist der Buchenwald unter den heutigen klimatischen Bedingungen als „Endwaldstadium" in Deutschland zu betrachten. Dies bedeutet, dass der Buchenwald als Klimaxwald die in der natürlichen Waldentwicklung letzte Waldstufe (standortabhängig) darstellt. Jedoch wurde die Buche durch großflächige Rodungen und Übernutzungen seit dem Mittelalter flächig stark zurückgedrängt. Ihr heutiger Anteil am deutschen Wald beträgt in etwa 14%. Ihre Stärke liegt in der langjährigen Schattenverträglichkeit. Selbst 1/60 des vollen Tageslichtes genügt ihr schon um noch gedeihen zu können. Somit bilden sich sukzessiv dunkle Buchenwälder in denen lichtbedürftige Baumarten (Kiefer, Robinie, ...) kaum eine Chance haben.

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© Tobias Wolf

Merkmale

Die Rotbuche wird im Schnitt 30-35m (in Ausnahmen: 45m) hoch und 160 (in Ausnahmen: 300) Jahre alt. Phänologisch ist sie leicht an der Rinde zu erkennen, die bis ins hohe Alter glatt und grau bleibt. Die Knospen sind lang und spitz und von schmalen Schuppen bedeckt. Die Frucht der Buche (Buchecker) ist eine dreikantige Nussfrucht, die im Oktober abgeworfen werden. Dabei kommt es ungefähr zweimal pro Jahrzehnt zu einer so genannten Vollmast, wo im Schnitt 500 Eckern auf einem m² liegen. Die Blätter sind eiförmig, kurz zugespitzt mit einem wellig-zackigem Rand. Stabilität und Standhaftigkeit wird durch ein solides Herzwurzelsystem gewährleistet, welches in Tiefen (je nach Standort) von 3-5m vordringen kann. Im Freistand trägt die Buche eine tiefe Beastung mit weit ausladender Krone. Im Bestand vermag sie lange (bis 25m), astfreie Schaftlängen zu bilden. Durch wiederholten Rückschnitt ist die Rotbuche auch als Heckenform anzutreffen. Die Buche ist in vielen Varianten zu finden, am bekanntesten sind die Blutbuchen, Trauerbuchen oder  Süntelbuchen.
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© Tobias Wolf

Welchen Standort braucht die Buche?

Die Rotbuche hat in der Vergangenheit gezeigt, dass sie in der Lage ist, verschiedenste Standorte großflächig zu besiedeln. Genau genommen bevorzugt sie dabei kalk- und nährstoffreiche Böden. Hohe Wachstumsraten erzielt sie bei Jahresmitteltemperaturen von 7-8°C und mittlerem Jahresniederschlag von 600-700mm.

Die Buche vermeidet nasse Böden und hochwassergefährdete Gebiete und überlässt somit Auenlandschaften Baumarten wie Weiden, Erlen, Pappeln & Co. Auch extreme Standorte wie zum Beispiel nährstoffarme, sehr trockene, sehr nasse oder saure Gebiete überlässt sie Überlebenskünstlern wie der Kiefer.

Die Nutzung - Von Waschlauge und Holzkohle zum Snowboardkern und Tropenimitat

Vielfältig scheint die Nutzung der Buche und ihrer Bestandteile, doch in Wirklichkeit ist es eher so, dass sich im Laufe der Zeit verschiedene Nutzungsarten ablösten.

Aus der Holzasche wurde früher Waschlauge hergestellt, diese wurde durch die Entwicklung von chem. Reinigungs- und Waschmitteln abgelöst. Das Buchenholz hat einen enormen Brennwert (7 m³ Buche = 8 m³ Eiche), daher war die Buche schon immer ein beliebtes Brennmaterial. Bevor die Steinkohle gefördert wurde war es oft die Holzkohle der Buche die in den Brennöfen von Glas und Eisenhütten (für die Erzeugung von 1 kg Stahl benötigte man 1 t Holzkohle!) die nötigen Temperaturen lieferte. Lange Zeit wurde dann das Buchenholz für Eisenbahnschwellen verwendet, doch auch dieser Zug ist inzwischen abgefahren. Der rote Kern und die Holzeigenschaften führten dazu, dass das Buchenholz auch als Tropenholzimitat Verwendung fand. Hier hauptsächlich in der Herstellung von Gebrauchswaren und Möbeln. Nachfrage besteht nach wie vor bei Furnierstämmen aber auch als Ski und Snowboardkerne in Verbindung mit Pappel wird die Buche heute eingesetzt.

Die Umtriebszeit (wirtschaftliches Nutzungsalter) liegt bei der Buche in etwa zwischen 80-140 Jahren, dies hängt stark von dem Phänomen des Rotkerns oder auch der Spritzkernbildung ab, welches den Holzpreis drastisch absenken kann. Die Anzahl der Rotkerne nehmen mit dem Alter und dem Umfang zu, so ist davon auszugehen, dass in einem 170 jährigen Bestand bis zu 90% der Bäume von Falschkernen betroffen sind.
Beim Anbau der Buche kann man sowohl säen als auch pflanzen. Das Saatvefahren ist zwar günstiger als die Pflanzung, bürgt dafür aber mehr Risiken. Pro Hektar werden 200-300 kg Saatgut benötigt. Aus einem kg Saatgut lassen sich in der Baumschule etwa 900 Verschulpflanzen ziehen. Beim Pflanzen sollte die Dichte auf einem Hektar 5500-10000 Pflanzen betragen, wobei die Standfläche ein bis zwei m² pro Pflanze entsprechen sollte.
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© Tobias Wolf

Gefahren

Im Vergleich mit anderen Baumarten hat die Buche relativ wenig Krankheiten, Großkalamitäten sind bei ihr nicht bekannt. Grundsätzlich ist die Buche eher Frostempfindlich. Durch Verletzungen können Pilze eintreten. Typische Pilze die bei der Buche zur Holzfäule und -zersetzung führen können, sind Fomes fomentarius, Fomitopsis pinicola und Polyporus Arten.
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© Albrecht-E. Arnold / pixelio.de

Interessantes - Von der Buche zum Buch

  • Man geht davon aus, dass das Buch seinen Namen den Buchstaben (Althochdeutsch: buohstap) verdankt. Die Buchstaben finden ihren Ursprung wiederum darin, dass die Germanen ihr Runenalphabet in Buchenstäbe ritzten.
  • Von den heutigen dt. Ortsnamen lassen sich 1567 von der Buche ableiten.
  • Die Buche steckt in den Vollmastjahren 2/3 des gesamten über das Jahr assimilierten Zuckers in die Bucheckern.
  • Die frischen Blätter wurden früher auch von Menschen gegessen, das Laub wurde auch als Tierfutter oder Füllung von Decken und Kissen verwendet. Die Blätter sind reich an Nährstoffen und verrotten zu einem guten Mull.
Text: Tobias Wolf

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