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15.03.2011 - von Christian Lingnau

Freie Fahrt für Gen-Saatgut?

Die große Mehrheit der Deutschen lehnt gentechnisch veränderte Lebensmittel ab. Dennoch entscheidet der Bundesrat diesen Freitag, ob Saatgut mit Samen von Genpflanzen verunreinigt werden darf. Damit würde sich die Gentechnik unkontrolliert ausbreiten und letztlich auch auf dem Teller landen.
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Kennzeichung hilft gegen Verunreinigung

Die derzeitigen Ereignisse in Japan machen es fast unmöglich, über anderes zu berichten als energiepolitische Themen. Doch gerade diese mediale Fokussierung birgt die Gefahr, dass die Aufmerksamkeit für andere wichtige Vorgänge nachlässt. Zum Beispiel für eine anstehende Entscheidung des Bundesrats. Obwohl sich die große Mehrheit der Bundesbürger gegen Gentechnik in Lebensmitteln ausspricht, haben die Bundesländer Baden-Württemberg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein einen Antrag eingebracht, mit dem Verunreinigungen unterhalb von 0,1 Prozent künftig ohne Kennzeichnung geduldet werden sollen. NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller kritisiert den Versuch, die Reinhaltung des Saatguts aufzuweichen: „Die Nulltoleranz muss bei Null bleiben, sonst ist das der Anfang vom Ende der gentechnikfreien Landwirtschaft.“

Weil sich auch gentechnisch veränderte Pflanzen (wie z. B. Raps) selbstständig vermehren können, würde eine Toleranz von 0,1 Prozent zu einer unerkannten Vermehrung und Auskreuzung unterschiedlicher Arten führen. In der Folge würde sich Gentechnik unkontrolliert in Landschaft und Lebensmitteln etablieren. Damit Verbraucher und Bauern weiterhin die freie Wahl haben, müsse das Saatgut auch weiterhin strikt vor Kontaminationen durch gentechnisch veränderte Organismen geschützt werden. Der Naturschutzbund fordert den Bundesrat daher auf, den Antrag abzulehnen.

Mails an Ministerpräsidenten

Im Februar hat die EU bereits die Aufhebung der Nulltoleranz für nicht zugelassene gentechnisch veränderte Organismen bei Futtermitteln beschlossen. Sollte der Bundesrat den Antrag am 18. März bewilligen, so wird die Toleranz für Gentechnik künftig auch beim Saatgut gelten. Bei Campact könnt Ihr Euren Ministerpräsidenten online dazu auffordern, gegen den Antrag zu stimmen.

Foto: Corn Fields Galore von Michael Gil

Autor: Christian Lingnau

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