Oct 31, 2010 - by Waldfuchs
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Artenschutzkonferenz in Nagoya - eine Bilanz
An der Konferenz, die vom 18. bis 29. Oktober stattfand, nahmen 18.000 Vertreter aus 193 Vertragsstaaten der Biodiversitäts-Konvention teil. Schwerpunkte waren der Beschluss einer auf zehn Jahre angelegten Strategie für Artenschutz und Biodiversität, die Klärung von Finanzierungsfragen und die Beteiligung aller Länder an der Nutzung genetischer Ressourcen. Dabei konnten in allen Punkten Durchbrüche erreicht werden. Der Geschäftsführer der Konvention Ahmed Djoghlaf verglich den Stellenwert der Konferenz in Nagoya für die Biodiversität mit dem der Kyoto-Konferenz für den Klimaschutz.
Die Zehn-Jahres-Strategie sieht vor, dass der Verlust an natürlichen Lebensräumen, inklusive der Wälder, wo möglich ganz gestoppt, zumindest aber halbiert werden soll. 17 Prozent der Land- und Binnengewässerfläche, sowie zehn Prozent der Meeres- und Küstenfläche sollen unter Schutz gestellt werden. Bei mindestens 15 Prozent von bereits geschädigten Gebieten sollen Maßnahmen zur Wiederherstellung ergriffen werden. Eine besondere Anstrengung soll beim Schutz von Korallenriffen unternommen werden.
Die Europäische Union und einige Länder erklärten ihren Willen zur Finanzierung des Plans. Japan sagte bereits konkret zwei Milliarden US-Dollar zu. Details der Finanzierung sollen bis zur 11. Vertragsstaatenkonferenz 2012 festgelegt werden.
Zum Ausgleich für die Artenschutzbemühungen sollen alle Länder an den Erträgen bei der Nutzung genetischer Ressourcen beteiligt werden. Dazu wurde das ABS-Protokoll („Access and Benefit Sharing") unterzeichnet. Ziel ist es, den Zugang zu genetischen Ressourcen von Ländern und die Nutzung ihres traditionellen Wissens von ihrer Zustimmung abhängig zu machen und sie an erzielten Gewinnen zu beteiligen.
Bundesumweltminister Röttgen, der selbst kurzzeitig an der Konferenz teilgenommen hatte, nannte das Ergebnis der Verhandlungen ein weltweites Aufbruchsignal. „In Japan hat die internationale Staatengemeinschaft die überfällige Trendwende eingeleitet, um den anhaltenden Raubbau an der Natur zu stoppen", so Röttgen.
Auch die Naturschutzorganisation WWF Deutschland zeigte sich mit dem Ergebnis der Verhandlungen zufrieden und lobte insbesondere das ABS-Protokoll. „Pharma-, Chemie- oder Medizinfirmen müssen künftig die Herkunftsländer an den Gewinnen beteiligen, wenn sie deren natürliche Ressourcen nutzen", so der WWF.
(Artikel von Zeitlupe erschienen bei Wikinews)
Zusammenfassend empfehlen wir hier einen aktuellen Bericht der ZDF Mediathek:
-- eingestellt von Martin (martin.fuchs@iplantatree.org) --
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