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20.04.2010 - von Jan

Lehrreiches - über Quitten

Auf "Readers Edition" findet man in der Regel Kommentare und Berichte zu aktuellen Themen von Politik, Wirtschaft, Sport, etc.; dies ist nicht immer nur objektiv, meistens interessant und ab und an lehrreich.
Dieser Artikel setzt sich letzteres zum Ziel, lehreiches über Quitten.  - Jan findet's gut.


- geschrieben von Leporello

Lehrreiches über vergessene Früchtchen

In der Antike als geweihte Frucht der Liebesgöttin Aphrodite hoch im Kurs stehend, nahm der Bestand an alten Quittensorten im Laufe der Jahrhunderte kontinuierlich ab. An der unterfränkischen Mainschleife bei Volkach, genauer gesagt im Ortsteil Astheim, wo der Volkacher Stadtschreiber Niklas Brobst bereits 1506 Quitten erwähnt, hat man sich dieser Kulturfrucht im Rahmen eines einmaligen Rekultivierungsprojektes besonders angenommen.

Rekultivierungsprojekt alter Quittensorten

(Quelle: flickr - Frau Mutant)

Der Grund: Hier finden sich auf einem sich zwei Kilometer parallel zum Main hin ziehenden schmalen Band Deutschlands älteste obstbaulich kultivierten Quittengehölze, welche darüber hinaus zwischen Flurgrundstücken wurzeln, die in ihrer Parzellenstruktur fast unverändert, auf ein historisches Lehen des Astheimer Kartäuser Klosters im 18. Jahrhundert zurückgehen. Vor zwei Jahren hat man dort sogar die überaus selten zu findende Lokalsorte “Astheimer Perlquitte” zum Bayerischen Urweinwohner ernannt und die schützenswerte Frucht als Passagier in die Slow Food-Arche aufgenommen.

2007 entschloss man sich, mit dem Projekt stärker an die Öffentlichkeit zu gehen und richtete entlang der alten Pflanzungen einen vier Kilometerlangen Quittenlehrpfad ein, der auf zwölf Tafeln über die Geschichte der Quitte und ihre Besonderheiten informiert. Damit das landschaftliche Charakteristikum langfristig bewahrt bleibt, werden vom fränkischen Rekultivierungsprojekt alter Quittensorten unter der Federführung von Marius Wittur auch wieder Generationslücken schließende Neupflanzungen entlang der “Rangenteile” integriert, wie die historischen Grundstücke von den Einheimischen seit jeher genannt werden.

Für ein näheres Kennenlernen des Astheimer Quittenlehrpfads werden neben festem Schuhwerk, die Monate Mai bis Oktober empfohlen. Um ihn jedoch ganz zu entdecken ist ein zweimaliger Besuch unabdinglich, einmal wenn sich die atemberaubende Blütenpracht im Wonnemonat Mai in lautem Gesumme von Bienen und Hummeln öffnet und ein weiteres Mal im Herbst, wenn die Quittenfrüchte zur Reife golbgelb leuchten und das Landschaftspanorama mit ihrem aromatischen Duft erfüllen.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf "Readers Edition". Die Veröffentlichung auf IPAT erfolgte mit freundlicher Genehmigung vom Projekt "Readers Edition" durch CC-Lizenzen.

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