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24.02.2010 - von Micha

Showdown in Abuja

Ein Artikel von Lili Fuhr mit freundlicher Unterstützung von Klima der Gerechtigkeit.

Aktuell findet in Abuja, Nigeria, die größte Messe Westafrikas für Erdöl und Gas statt. Ausgerichtet wird das Mega-Event von der Nigerian National Petroleum Corporation (NNPC) und dem nigerianischen Energieministerium. Hier disktuiert man über die Lage auf den internationalen Ölmärkten, die Zukunftsaussichten für den westafrikanischen Ölsektor und spielt nebenbei ein bisschen Golf.

Das Thema Klimawandel steht nicht auf dem Programm – aber das war auch nicht wirklich zu erwarten, wenn sich der Ölsektor trifft, um sich selbst zu feiern. Spannend war aber wohl ein regelrechter Showdown zwischen dem frisch gekürten nigerianischen Präsidenten Jonathan Goodluck und den Ölgiganten, allen voran Shell.

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Die erste Ölquelle Westafrika, gebohrt von Shell 1956. (Photo by rhys - on flickr)

Der Streit entzündet sich an dem sog. Petroleum Industry Bill (PIB), einem Gesetztesentwurf, an dem seit Jahren mit dem Ziel gearbeitet wird, die jahrzehntealten Beziehungen zwischen dem nigerianischen Staat und den internationalen Ölkonzernen neu zu definieren. Dabei geht es vor allem um eine Neuausrichtung, die den nigerianischen Interessen dient – und damit auch die Profite der Ölfirmen einschränken wird.

Eine gute Übersicht über den Inhalt des PIB und wichtige Kritikpunkte aus Sicht der Zivilgesellschaft gibt das Memorandum der Kampagne Publish What You Pay (hier zu finden).

In Abuja hat Goodluck nun erklärt, dass das PIB höchste Priorität in seiner Regierungszeit genießen wird und hat damit die Ölfirmen verschreckt und verärgert. Diese drohen nun offen damit, dass sie Investitionen aus dem Nigerdelta abziehen werden.

Das PIB stellt sicherlich keinen idealen Neubeginn der Ölförderung im Nigerdelta dar und wird auch keinen maßgeblichen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels leisten. Aber es ist schon ermutigend zu sehen, dass es Regierungen in ressourcenreichen Entwicklungsländern gibt (neben Nigeria ja auch Ecuador), die sich dem Kampf mit den Interessen der Öllobby zu stellen wagen. Dafür verdienen sie Respekt.

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