Dec 22, 2009 - by Waldfuchs
Wälder durch Klimaveränderungen belastet
Trockenstress im Sommer, milde Winter, Stürme und die unverändert bestehenden Belastungen durch Luftschadstoffe gefährdeten das Ökosystem Wald. Durch den Aufbau stabiler Mischwälder könnten diese Risiken minimiert werden.
Am 26. Dezember 1999 war der Orkan «Lothar» mit 200 Kilometern pro Stunde über Frankreich, Deutschland und die Schweiz gefegt. In Baden-Württemberg, der europaweit am stärksten betroffenen Region, hinterließ der Sturm 30 Millionen Kubikmeter Sturmholz und 40 000 Hektar Kahlfläche. Schwerpunkt war der Nordschwarzwald und die Ortenau, wo die Sturmschäden das 25-fache eines normalen Jahreseinschlags betrugen.
Die Wiederbewaldung sei mittlerweile weitgehend abgeschlossen, erläuterte Hauk. Auf rund einem Drittel der Kahlflächen mussten mehr als 40 Millionen Bäume neu gepflanzt werden. Auf den anderen zwei Dritteln werde durch langfristige natürliche Verjüngung aufgeforstet.
Die Forstwirtschaft habe jedoch durch den Einbruch der Holzpreise von bis zu 45 Prozent bei Nadelholz gelitten. Eine Erholung von der anschließend einsetzenden Borkenkäferplage und Dürreschäden habe erst
2006 eingesetzt.
Aufgrund der Klimaveränderung müsse in Zukunft häufiger mit schweren Stürmen gerechnet werden, warnte der Minister. Für diesen Fall seien die Erfahrungen bei der Bewältigung der Schäden in einem Sturmschadenhandbuch aufgearbeitet worden.
Datenblatt Orkan «Lothar»
Entstehung eines Sturmtiefs über dem Nordatlantik am 25. Dezember
1999
«Lothar» wütet am 26. Dezember innerhalb von zwei Stunden mit 200 Kilometern pro Stunde.
Hauptsächlich betroffene Länder: Frankreich, Schweiz, Liechtenstein und Deutschland
50 Todesfälle in Europa, davon 12 in Deutschland und 9 in Baden-Württemberg
Gesamtschadenhöhe: 5,9 Milliarden Euro, davon 4,5 Milliarden in Frankreich, 650 Millionen in Deutschland
30 Millionen Festmeter Sturmholz in Baden-Württemberg (europaweit 190 Millionen), entspricht dem dreifachen Jahreseinschlag
40 000 ha Kahlflächen (56 000 Fußballfelder) entspricht drei Prozent der Landesfläche
Am stärksten betroffen waren die Forstämter Lahr, Gengenbach, Baiersbronn und Pfalzgrafenweiler
51,1 Millionen Euro Soforthilfe durch das Land für Förderung des Privatwalds, Einrichtung von Nasslagerplätzen, Personalverstärkung für Privatwaldbetreuung, Holzabsatzwerbung
Zusätzlich Förderprogramme des Bundes und der EU mit etwa 153 Millionen Euro
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