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03.02.2010 - von Micha

Wälder als Beitrag zum Klimaschutz

Wälder können einen wesentlich Beitrag zum Klimaschutz leisten. Diese Erkenntnis ist nicht neu und wird weltweit von vielen Experten bekräftigt.
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So schreiben CANADELL und RAUPACH in einem Science-Artikel (SCIENCE 320, S.1456-1457, 2008), dass die Wälder weltweit jährlich Milliarden Tonnen an CO2 absorbieren-und so einen milliardenschweren ökonomischen Beitrag leisten, wenn man in Betracht zieht, dass ohne diese Leistung äquivalente CO2-Senken geschaffen werden müssten. Jedoch werden bis heute Waldprojekte nur begrenzt zur Minderung des Klimawandels herangezogen. Gründe dafür ist die Permanenz von Aufforstungsmaßnahmen oder auch die Schwierigkeit, genaue Aussagen über Änderungen in der CO2-Speicherung von Waldökosystemen treffen zu können.

Dennoch können und müssen Wälder dazu beitragen, dem Klimawandel entgegenzutreten, vorausgesetzt der politische Wille ist da, insbesondere in den Ländern der Tropen. Zudem bieten Wälder neben der Kohlenstoffbindung in ihrer Biomasse und im Boden auch zahlreiche andere ökologische und ökonomische Vorzüge. Nicht zuletzt sind Wälder oftmals Einnahmequelle für die ansässige Bevölkerung oder letztes Rückzugsgebiet für so manch seltene Tier- und Pflanzenart.

Die Wälder der Erde binden jedes Jahr etwa 3 Millionen Tonnen Kohlenstoff- dies entspricht rund 30% der menschlich bedingten CO2-Emissionen, bedingt durch das Verbrennen von fossilen Energieträgern und das Roden von Wäldern. Zudem enthalten die Wälder in ihrer Gesamtheit große Kohlenstoffspeicher, verteilt auf einer Fläche von etwa 4 Millionen ha bzw. auf rund 30% der terrestrischen Landmasse. Weltweit gibt es heute bereits zahlreiche Beispiele von großflächigen Aufforstungsmaßnahmen.

So hat China beispielsweise auf einer Fläche von insgesamt 24 Millionen ha neue Waldflächen geschaffen, um so 21% der Emissionen des Landes in 2000 durch fossile Energieträger zu kompensieren. Doch nicht nur das Schaffen neuer Wälder kann durch zusätzliche Bindung von Kohlenstoff dem Klimawandel entgegenwirken. Auch bereits bestehende Wälder können immer noch in der Lage sein, zusätzlich CO2 aufzunehmen. So schreiben LUYSSAERT et al. in NATURE-Ausgabe 455 vom September 2008, dass auch „ausgewachsene“ Altbestände weiter zusätzlich Kohlenstoff akkumulieren können und nicht grundsätzlich-wie allgemein angenommen- kohlenstoffneutral sind.

Um also forstliche Aktivitäten in den Klimaschutz mit einzubinden, sollten folgende wesentliche Strategien gewählt werden:
  1. Eine Erhöhung der Waldfläche durch Aufforstungs- und Wiederaufforstungsmaßnamen
  2. Eine Erhöhung der Kohlenstoffspeicher in bereits bestehenden Wäldern
  3. Die vermehrte Nutzung von Holz, um nachhaltig fossile Energieträger zu substituieren
  4. CO2-Emissionen durch Entwaldung verringern
Werden diese Vorgaben auf globaler Ebene verfolgt, so können Projekte auf dem Waldsektor im Maßnahmen-Portfolio gegen den Klimawandel eine wichtige Rolle spielen- oder wie es bereits Al Gore treffend ausgedrückt hat: Pflanzt Bäume, viele Bäume!

Text: © Daniel Klein
Foto © J. Erettkamps

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